Welche Risiken beinhaltet der Handel mit Devisen?
1. Devisenhandel
Der Devisenhandel wird über Margins (Sicherheitsleistungen) abgewickelt. Der Verlust beim Handel mit Devisen kann die ursprünglich geforderte Margin erheblich überschreiten. Bei verlustträchtigen Positionen werden Sie aufgefordert, Geld nachzuschießen.
Theoretisch kann eine gekaufte Währung nahezu ihren gesamten Wert verlieren. Das ist denkbar, wenn eine Volkswirtschaft in eine existenzbedrohende Wirtschaftskrise gerät. In der Vergangenheit ist dies vereinzelt geschehen (Argentinien, Brasilien, Thailand, Russland). Diese Beispiele stellen jedoch im historischen Vergleich die absoluten Ausnahmen dar. Langfristig gesehen bergen Devisen nicht das Risiko eines totalen Wertverlustes, ihre Wertentwicklung ist in erster Linie abhängig von der wirtschaftlichen Lage und dem Zinsniveau der jeweiligen Länder.
2. Devisenoptionen
Devisenoptionen verkörpern ein völlig anderes Risikoprofil im Vergleich zum Devisenhandel. Dabei ist zwischen dem Kauf und dem Verkauf von Devisenoptionen zu unterscheiden:
2.1. Kauf von Devisenoptionen
Als Käufer einer Option besitzen Sie das Recht, eine bestimmte Währung (Basiswert) zu beziehen (Kaufoption, Call) oder zu veräußern (Verkaufsoption, Put). Für dieses Recht bezahlen Sie eine Optionsprämie. Notiert der Devisenkurs am Ende der Laufzeit unterhalb des Basispreises beim Call bzw. oberhalb des Basispreises beim Put, so verfällt Ihre Option wertlos. Sie erleiden zwar einen Verlust in Höhe der Optionsprämie, allerdings ist Ihr Verlust begrenzt, da die Optionsprämie nur einen geringen Prozentsatz des Geschäftsvolumens ausmacht.
2.2. Verkauf von Devisenoptionen
Als Verkäufer von Optionen haben Sie theoretisch ein unbegrenztes Verlustpotenzial. Ihr Gewinn ist auf die Einnahme der Optionsprämie beschränkt. Beim Verkauf von Optionen profitieren Sie von einer Seitwärtsbewegung des Währungspaares und damit vom Rückgang der Volatilität. Bei einer ungünstigen Kursentwicklung und einem Anstieg der Volatilität ist Ihr Verlustrisiko jedoch nahezu unbegrenzt.
Oft wird der Verkauf von Optionen mit einem Devisengeschäft kombiniert. Beispielsweise kaufen Sie US-Dollar und verkaufen gleichzeitig einen Call (Kaufoption) auf diese Position. In diesem Fall spricht man von einem gedeckten Verkauf eines Call. Steigt der Preis des Dollar an, verlieren Sie zwar auf den verkauften Call, können dies jedoch durch den Dollar-Bestand kompensieren.
Achtung: Der ungedeckte Verkauf von Option ist höchst riskant!
Der ungedeckte Verkauf von Optionen gehört zu den riskantesten Handelsstrategien in der Finanzwelt. Ihr Verlust ist nahezu unbegrenzt, während der Gewinn auf die Optionsprämie beschränkt ist. Man spricht aus diesem Grund auch von einem asymmetrischen Risikoprofil. Der ungedeckte Verkauf von Optionen sollte nur von äußerst erfahrenen Händlern als Strategie angewandt werden.
3. Devisentermingeschäfte (Forwards)
Das Risikoprofil von Devisen-Forwards ist analog dem klassischen Devisenhandel.
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