Verlustbegrenzung Teil 5: Was tun, wenn die Zeit davon läuft?
Im letzten Teil der Serie „Begrenzen Sie Ihre Verluste“ geht es um den Zeit- und den Volatilitäts-Stopp. Der Zeit-Stopp kann wohl am einfachsten von allen Stopp-Kriterien auch in die Tat umgesetzt werden. Dabei ist vornehmlich eine Frage zu beantworten: Wann endet spätestens ein Trade, falls das Kurs-Ziel nicht erreicht wird? Diese Frage bzw. dessen Beantwortung hat auch viel mit dem jeweiligen Trading-Stil eines Anlegers zu tun.
So kann ein Fondsanleger, der ein Investment zum Zweck der Altersvorsorge eingegangen ist, natürlich nicht nach wenigen Tagen schon die Reißleine ziehen und das Investment beenden. Umso kürzer der Anlagehorizont aber wird, umso bedeutender wird der Aspekt Zeit beim Traden. Das Hobby oder der Beruf „Daytrader“ lässt es schon erahnen: Am Ende des Handelstages ist kein Wert mehr im Depot, es sei denn, das Kurs-Ziel wurde vor Handelsende erreicht und der Trader versucht den Trade weiter auszureizen (hier geht aber jeder Daytrader anders vor). Das Risiko von Kurs-Veränderungen über Nacht trifft den Daytrader, aufgrund der kleineren durchschnittlichen Gewinne pro Trade, selbstverständlich härter und davor muss er sich entsprechend schützen. Zu Beginn des Trades z.B. durch einen durch die Charttechnik beeinflussten Stopp und kurz vor Ende der Handelssession greift dann eben das Kriterium Zeit.
Ebenso vorstellbar sind Zeitvorgaben von wenigen Stunden bis zum Beenden des Trades bei extrem kurzfristig orientierten Tradern oder bei so genannten Swing-Tradern, also Tradern die Positionen für wenige Tage oder Wochen eingehen, beispielsweise am Ende der Woche oder des Monats. Sie merken: Sie selbst müssen hier eine Lösung gemäß Ihres eigenen Tradingstils finden. Wichtig dabei ist, wie bei anderen Trading-Themen auch, handhaben Sie es einheitlich und konsequent. Dabei sollte der Blick auf die Profit/Loss-Rechnung keine Rolle spielen! Die Zeit ist ein klar definiertes Stopp-Kriterium, welches keinerlei Interpretationsspielraum zulässt.
Wo sollte ein Anleger den Volatilitätsstopp setzen?
Beim Kriterium „Volatilität“ ist die Schwankungsbreite der jüngsten Kurse – die anhand der Hoch- und Tiefkurse gemessen wird – das entscheidende Kriterium für die Stopp-Setzung. Je kurzfristiger der Handel ausgelegt ist, desto weniger Tagesschwankungen werden bei der Setzung des Stopps berücksichtigt. Sie müssen dabei also entscheiden, welcher Zeitraum hierfür in Abhängigkeit ihres Anlagestils angewandt wird. Doch wie weit muss der so genannte „Vola-Stopp“ vom Einstiegskurs gesetzt werden, um nicht gleich ausgestoppt zu werden? Auch hier kann Ihnen eine professionelle Chartsoftware hilfreiche Unterstützung bieten. Der CFX Trader lässt mühelos alle gängigen Charteinstellungen, Indikatoren, Oszillatoren (und noch viel mehr!) mit wenigen Mausklicks in den Chart integrieren.
Natürlich kann allein anhand der Kerzen sehr leicht die Schwankungsbreite eines Handelsinstruments überschlagen werden. Wer es aber genauer haben möchte, der zieht hierfür einen Volatilitäts-Indikator zu Rate. Beispielsweise den TR- (True Range) oder ATR (Average True Range)-Indikator. Ein langfristig orientierter Anleger sollte sich bei der Stopp-Setzung an die Extremwerte eines größeren Zeitraums halten. Mittelfristig agierende Trader sehen sich hingegen nur die letzten Tage an, um einen Anhaltspunkt für einen geeigneten Abstand von Stopp-Kurs zu Einstiegs-Kurs zu finden. Grundsätzlich kann man sagen, dass je volatiler die letzten Kursbewegungen waren, je weiter muss auch der Stopp gewählt werden.
Zur besseren Visualisierung können Sie sich auch gerne das Tradingvideo von Herrn Kleinlein zu diesem Thema ansehen.
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