Verlustbegrenzung II: Psychologie und Wohlfühlfaktor beim Traden
Im 2. Teil der Serie Verlustbegrenzung befassen wir uns mit einem der Kriterien, die im Vorfeld einer Stopp Order oder einem Stopp Loss eine Rolle spielen können. Wie weit ein Stopp vom Einstiegskurs gesetzt werden kann, hat natürlich auch mit der eigenen Risikoneigung zu tun. Welchen Verlust können Sie als Trader mental verkraften, oder bei welchem maximalen Verlust pro Trade fühlen Sie sich noch wohl? Je nach Anlegertyp gibt es da himmelweite Unterschiede.
Verlustbegrenzung durch Psychologie
Bei diesem Kriterium geht es also ausschließlich um das eigene Empfinden bei Verlust bzw. viel um die Psychologie beim Traden. Also nicht der Blick auf den Chart, oder eine komplizierte Berechnung führt zum Ergebnis, wo letztlich der Stopp platziert wird. Rein „gefühlstechnisch“ wird der absolute Betrag definiert, der gleichbedeutend mit dem Verlust ist, den Sie maximal bereit sind zu erleiden. Unter dem Aspekt der Psychologie spielt die eigentliche Kontogröße bei der Verlustbegrenzung jedoch meist keine Rolle.
Bei welchem Verlust fühlen Sie sich noch wohl?
Häufig kristallisiert sich dieser „Betrag Stopp“ erst nach einigen Verlust Trades heraus. Der Anleger spürt bei Verlust, wie sich das Wohlbefinden ab einem gewissen Betrag auf ein unerträgliches Maß reduziert. Schwitzende Hände und schlaflose Nächte sind nur zwei Indizien dafür, dass der vorgenommene Trade eine Nummer zu groß war und der (drohende) Verlust nicht mehr von Ihrem Wohlfühlfaktor gedeckt ist. Da dieses Gefühl künftig vermieden werden soll, wird der mögliche Verlust bis zu diesem Geldbetrag begrenzt. Sie sehen, grundsätzlich bestimmen Sie das Wohlfühlgefühl bei Ihren Trades selbst und haben somit direkten Einfluß auf Ihr Trading Verhalten und ihre Psychologie. Und selbstverstänlich haben Sie zu großen Teilen die Kontrolle über den Gewinn, den Sie erzielen, bzw. den Verlust, den Sie erleiden.
Die Verlustbegrenzung kann auch nachträglich noch geändert werden
Als professioneller Trader ist die Stopp Setzung nach der Psychologie jedoch nicht praktikabel, doch besser man nähert sich dem Thema Verlustbegrenzung auf diese strikte Art als gar nicht. Ist der anfängliche Stopp (sog. Initial Stopp) in Abhängigkeit zu Ihrer Trading Psychologie gesetzt, so kann dieser dann in dem Fall, dass sich die Position gut entwickelt – sie also einen Gewinn erzielen -, nachgezogen werden. Hier braucht dann nicht mehr der maximale Verlust, den man bereit ist zu erleiden, – also im Rahmen Ihrer Trading Psychologie – berücksichtigt werden, sondern der Trader orientiert sich an anderen Kriterien, die einem professionellen Ansatz näher kommen und den Trader in die Lage setzt den maximalen Verlust dem Tradingprofil entsprechend anzupassen. Diese Kriterien werden wir uns in einem der nächsten Teile der Serie zum Thema Verlustbegrenzung genauer ansehen.
Hier noch eine Tabelle, die das Zusammenspiel zwischen maximalem Verlust, Kurs des Handelsinstruments und handelbare Stückzahl demonstriert. Diese Tabelle können Sie übrigens im Bereich Know-How auf der Homepage des CFX Broker herunterladen. Durch die Eingabe (grüne Felder) ergibt sich schließlich der Stopp-Kurs, der unter der Prämisse „Risikoneigung“ als Initial Stopp verwendet werden kann.
Zur besseren Visualisierung können Sie sich auch gerne das Tradingvideo von Herrn Kleinlein zu diesem Thema ansehen.
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